Atelier 8: Schwarzlichttheater

Traumhafte Illusionen – Lichterspiele auf der Bühne im Alberttreff

Eine Bühne, 22 Darstellende. Die acht Schülerinnen und Schüler des Theater-Ensemble Fellbach haben sich zusammen mit den vierzehn Beteiligten der Spielbühne Großenhain und der Theatergruppe Großenhain in den vergangenen Tagen mit dem Schwarzlichttheater beschäftigt. Die Großenhainer/innen hatten im Vorfeld der Begegnung schon Erfahrungen damit, während die Fellbacher/innen hier Neuland betraten.

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Angeregt durch Bücher zum Schwarzlichttheater erstellten die Schülerinnen und Schüler eigene Requisiten, welche in weiß auf der Bühne leuchteten, während die Darstellerinnen und Darsteller in schwarz gekleidet in der Anonymität der Dunkelheit verschwanden. Die Ideen zu den jeweiligen Aufführungen in Kleingruppen gingen dabei vor allem von den Schülerinnen und Schülern aus. Die Atelierleiter Uwe Naumann, Andrea Kreisz und Friederike Schneider fungierten dabei nur unterstützend. Das verlangte absolutes Teamwork von den Darstellenden, denn auf der Bühne musste jedes Detail perfekt in Szene gesetzt werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Das Wichtigste sei, die Illusion aufrecht zu erhalten, betonten die Leiter immer wieder.

Notenlinien. An dieser Sequenz sind fünf Jugendliche beteiligt: zwei halten die Notenlinien, drei jeweils zwei Noten-Kugeln

Notenspiel. An dieser Sequenz sind fünf Jugendliche beteiligt: zwei halten die Notenlinien, drei jeweils zwei Noten-Kugeln

Wenn es um die Inszenierung ging, setzten die Teilnehmenden ihrer Kreativität keine Grenzen. Die fünf verschiedenen Aufführungen zeigten „das ganze Spektrum von abstrakten Sequenzen bis hin zum Krimi, bei dem Messer durch die Luft fliegen“, so Friederike Schneider. Nur mit weißen Handschuhen als Requisite ließ eine Gruppe Hände zu geheimnisvoller Musik durch die Luft tanzen. Unter dem Arbeitstitel „Notenspiel“ stellte eine weitere Gruppe Notenlinien mit Tönen dar, wobei die Noten passend zur Musik anklangen wie bei einem Glockenspiel. Sehr abstrakt schien eine Inszenierung, bei der eine rätselhafte Person Macht über Mond und Sterne hatte. Konkreter hingegen war ein Krimi mit mysteriösem Mord, während ein Traum vom Fliegen, in dem eine Person mit den Vögeln durch die Lüfte zu schweben schien, wieder die Illusion ins Bewusstsein rief.

Schwarzlichttheater

Im Gegensatz zum „normalen“ Theater eröffnen die Schwarzlichtinszenierungen neue Möglichkeiten für die Schauspielenden. Dadurch, dass keine Dialoge geführt werden, wird das Geschehen auf die Handlung reduziert, welches sich das Publikum aus den Bewegungen der weißen Requisiten erschließen muss. Auch die Schülerinnen und Schüler empfanden das interessanter als gewöhnliche Aufführungen im Theater. Schwieriger gestaltete sich jedoch die Orientierung auf der dunklen Bühne, denn die Akteure und Akteurinnen hatten nicht nur Probleme mit der Sicht, sondern auch damit, dass sie nicht die weißen Requisiten verdecken dürfen.

Alles in allem waren die Aufführungen sehr spannend anzusehen und wirkten mit der passenden akustischen Untermalung sehr eindrucksvoll. Erst wenn die Lichter im Raum wieder angehen, erlischt der Zauber der Illusion.

Laura Kreuzhage

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https://youtu.be/0bedKt391BI

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